Herbert Gurschner (1901-1975)

 

Herbert Gurschner wurde am 27. August 1901 in Innsbruck-Wilten geboren. Aufgrund seines malerischen Talents besuchte er bereits im Alter von 16 Jahren die Kunstgewerbliche Fachschule in Innsbruck. 1918 wurde er als jüngster Student an der Akademie in München aufgenommen. In diesen Jahren pendelte er zwischen Innsbruck und München und beschickte erste Ausstellungen mit seinen Arbeiten. Ab 1920 wohnte er im Innsbrucker Stadtteil Mühlau und stellte zusammen mit den anderen Künstlern des „Mühlauer Kreises“, wie Nepo, Schnegg und Lehnert, aus.

 

1924 heiratete er die englische Adelige Ella Dolores Erskine, die ihm wichtige Kontakte zur englischen Kunstszene vermittelte, wodurch er 1925 seine erste Ausstellung in England, im „Little Art Room“, eröffnen konnte. In den folgenden Jahren unternahm er zahlreiche Reisen nach Italien, Spanien und Frankreich und stellte auf der Biennale in Venedig aus. 1929 feierte er einen großen Erfolg mit einer Personale in der renommierten Londoner Fine Art Society, der eine zweite 1931 folgte, wo die Tate Gallery das Ölgemälde „Verkündigung“ ankaufte. In den 1930er Jahren war Gurschner ein erfolgreicher, international bekannter Künstler, der Ausstellungen im Ausland beschickte und von zahlreichen Porträtaufträgen aus Adels-, Diplomaten- und Wirtschaftskreisen lebte.

 

1938 ging er ins Exil nach London, wo er seine zweite Frau Brenda kennenlernte und versuchte als Bühnenbildner für das Militärtheater seine künstlerische Karriere fortzusetzen. Nach dem Krieg wandte sich Gurschner vermehrt der Bühnenbildgestaltung zu und arbeitete für die Covent Garden Opera, das Globe und Hammersmith Theater in London. Herbert Gurschner starb 1975 in London.