
Gert Ammann
Herbert Gurschner - Zwischen Tradition und Selbstfindung
Einst Mitbegründer der Künstlergruppe „Heimat", Freund der Mühlauer Künstler Alphons Schnegg, Rudolf Lehnert und Ernst Nepo, befreundet mit Leopold Scheiring, Otto Rasim und Erich Torggler, Malerkollege von Wilhelm Nikolaus Prachensky und Artur Nikodem, vielbeachtet vom Kunstkritiker Karl Emmerich Hirt, machte sich Herbert Gurschner zunehmend mit seinen Erfolgen in England, Amerika, Italien und der Schweiz in seiner Heimat rar. Er fand immer weniger Halt in Innsbruck, weniger Verständnis bei seinen Künstlerkollegen, bis er sich endgültig entschloß, neues Terrain zu betreten. Internationale Ausstellungen in England, Amerika und der Schweiz begründeten seinen Erfolg. Vorerst standen Naturinterpretationen und Genremotive im Vordergrund, dann lebte in Italien die symbolbehaftete Figuration auf. Vor allem in London trat immer mehr das Porträt in den Mittelpunkt. Durch seine neue Bildauffassung entwuchs er der Tradition der Tiroler Kunst und fand seine eigene Position, die heutzutage in seiner Tiroler Heimat immer noch kaum bekannt ist. Seit den dreißiger Jahren lebte er in London und ist nur für kurze Dauer nach Tirol zurückgekehrt, das letzte Mal im Herbst 1974. Am 10. Jänner 1975 verstarb er 74jährig in London.
